Spätneolithische Tellsiedlung Okolište (5200-4500 v. Chr.)

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DFG-Projekt "Die Rekonstruktion sp PDF Drucken E-Mail

Fundstellen
Die Ziele des Projektes bestehen darin, Entwicklung, Struktur und Funktionsunterschiede innerhalb einer bedeutenden spätneolithischen Siedlung sowie die Siedlungsorganisation und -hierarchie in einer geografisch klar abgegrenzten Siedlungskammer exemplarisch für eine Regionalgruppe des südosteuropäischen Neolithikums näher zu erforschen.

Die ausgewählte Beckenlandschaft bei Visoko ist für diese Fragestellungen besonders geeignet, weil sie direkt an dem im Neolithikum für die Kommunikation zwischen Adria- und Donauraum maßgeblichen Bosna–Neretva Verbindungsweg liegt. Durch die umliegenden Berge ist das Gebiet klar begrenzt und ermöglicht deshalb auch demografische Berechnungen. Es sind hier bereits sieben Siedlungsplätze aus dem Spätneolithikum bekannt, die in regelmäßigen Abständen etwa 1-2 km voneinander entfernt liegen.

Viskobecken
Der Tell Okolište besitzt sowohl innerhalb der Siedlungskammer als auch im südost-
europäischen Maßstab insofern eine besondere Stellung, als er mit einer Grundfläche von 7,5 ha die Größe der benachbarten Siedlungen bei weitem übertrifft. Die Ergebnisse der geomagnetischen Prospektion zeigen, dass die Siedlung aufwändig befestigt und im Inneren dicht bebaut war. Diese Indizien sprechen dafür, dass sich im zentralbosnischen Spätneolithikum mit wachsender Bevölkerungsanzahl komplexere Gesellschaftsstrukturen und ein hierarchisch aufgebautes Siedlungssystem bestehend aus großen Zentral-
und kleinen Satellitensiedlungen herausgebildet hatte.

Rekonstruktion
Die archäologischen Ausgrabungen erfolgen an ausgewählten Fundplätzen des Arbeitsgebietes mit Fokus auf Okolište. Um die Organisation der Siedlungen verstehen zu können, wird angestrebt, möglichst großflächige Siedlungsausschnitte zu erfassen. Durch archäobotanische und archäozoologische Untersuchungen auch im weiteren Umfeld des Visokobeckens werden die wirtschaftlichen Grundlagen und  die Umweltverhältnisse im Neolithikum untersucht.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 1. Februar 2008 )