Spätneolithische Tellsiedlung Okolište (5200-4500 v. Chr.)

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Bodenkundliche und geomagnetische Prospektion PDF Drucken E-Mail

Vermessungsplan

 
Bohrprofil

 
Geomagnetik

Den Ausgrabungen in Okolište ging die Prospektion der heute unbebauten, größtenteils als Gärten genutzten Flächen des Tells voran. Unter Leitung von Winfried Schulz (Universität Köln, Seminar für Geografie) erfolgte die bodenkundliche Untersuchung der Fundstelle, die mit einem umfangreichen Bohrprogramm verbunden war. Dabei zeigte sich, dass die Siedlung auf einer Flussterrasse angelegt worden ist, in deren unmittelbarer Nachbarschaft im Neolithikum die Bosna verlief. Den Ergebnissen eines Bohrtransektes zufolge beträgt die Stärke der auf anthropogenen Einfluss zurückgehenden Siedlungsablagerungen bis zu 3 m.

Etwa die Hälfte der Fläche des Tells wurde geomagnetisch prospektiert. Neben den Projektleitern waren daran Benjamin Ducke (Universität Kiel, Institut für Ur- und Frühgeschichte) und Tim Schüler (Landesamt für Archäologie mit Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringen) beteiligt. Es wurde festgestellt, dass die Grundfläche der Siedlung tendenziell rechteckig war und dass sie von einem bis zu vierfachen System paralleler Gräben und Wallaufschüttungen umgeben war.

Im Norden fächert sich dieses Befestigungssystem in mehrere Stränge auf, wodurch ein etwa 25 m breites Areal abgetrennt wird. An den Überschneidungen im Kontaktbereich der Stränge ist erkennbar, dass das beschriebene Bild Ergebnis einer längeren Entwicklung darstellt und der Verlauf der Gräben offenbar an die veränderte Größe der Siedlungsfläche angepasst wurde.

Innerhalb des befestigten Areals sind im Magnetogramm Nordost-Südwest orientierte Häuser erkennbar, die einem Brand zum Opfer gefallen sind. Im Norden sind die Hausstellen zu mehreren parallelen Zeilen gruppiert; weiter südlich sind nur kleinere Gebäudegruppen oder einzelne Häuser erkennbar.