Spätneolithische Tellsiedlung Okolište (5200-4500 v. Chr.)

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Von Dušanka Kućan (Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung, Wilhelmshaven) und Helmut Kroll (Universität Kiel) werden die Untersuchungen der verkohlten pflanzlichen Großreste aus Bodenproben aus Okolište durchgeführt. Demzufolge nutzten die Menschen im Spätneolithikum ein breites Spektrum an Pflanzen. Als Feldfrüchte wurden am häufigsten Emmer, gefolgt von Gerste, Einkorn, Saatweizen und Rispenhirse angebaut. Häufiger fand sich außerdem die Linse. Als Sammelfrüchte sind Haselnüsse, wilde Trauben und Wachholder belegt.

Proko
Um mittels Pollenanalyse Aussagen zur Landschaftsentwicklung und Landnutzung zu erzielen, fanden im näheren und weiteren Umfeld des Visokobeckens umfangreiche Bohrsondierungen nach organogenen Sedimenten statt. Derzeit wird am Niedersächsischen Institut für Küstenforschung Wilhelmshaven unter Leitung von Felix Bittmann und  Steffen Wolters ein Bohrkern aus einem Niederungsmoor an der 7 km nordöstlich von Okolište gelegenen Lokalität Seoce Jezero untersucht. Die Radiokarbondatierungen zeigen, dass das Pollendiagramm die Landschaftsentwicklung der letzten 4000 Jahre erfasst, demnach allerdings nicht bis in neolithische Zeit zurückreicht.

Unter Leitung von Walter Dörfler (Universität Kiel) wurden im Sommer 2007 Bohrungen in dem Bergsee Prokoško Jezero vorgenommen, der sich 25 km westlich von Okolište in einem Almgebiet des Vranicagebirges befindet. Dabei gelang es, einen 11 m langen Bohrkern zu gewinnen, der nun in Kiel ausgewertet wird. Vor dem Hintergrund der demographischen Berechnungen für das Visokobecken werden von den Untersuchungen Erkenntnisse zur Gebirgsnutzung in prähistorischer Zeit erwartet.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 4. Februar 2008 )