Spätneolithische Tellsiedlung Okolište (5200-4500 v. Chr.)

Image
Startseite

Rekonstruktion spätneolithischer Siedlungsprozesse in Zentralbosnien (5200-4500 v. Chr.) PDF Drucken E-Mail

Gemeinsam mit dem Bosnisch-Herzegowinischen Landesmuseum Sarajewo (Zemaljski Muzej) führen das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel und die Römisch-Germanische Kommission Frankfurt des Deutschen Archäologischen Instituts seit dem Jahr 2002 in Zentralbosnien archäologische Untersuchungen zum Spätneolithikum der Region durch.

Lageplan
Lageplan
Die Gebirgslandschaft Zentralbosniens nahm in der Jungsteinzeit kulturell eine Mittlerposition zwischen dem Adriagebiet und dem Donauraum ein. Bereits seit dem Frühneolithikum (um 6000/5800 v. Chr.) sind hier im archäologischen Fundgut Bezüge in die Nachbarregionen erkennbar, welche die Einbindung Zentralbosniens in weiträumige Kommunikationsnetzwerke anzeigen. Die Verbindungen verliefen über die bis heute verkehrsgeografisch bedeutende Route in den Flusstälern der Neretva (Herzegowina) und der Bosna (Bosnien).

Im zentralen Flussgebiet der Bosna bildete sich um 5200/5100 v. Chr. die nach einem Fundort bei Sarajewo benannte spätneolithische Butmirgruppe heraus, deren Entwicklung in dem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt „Die Rekonstruktion spätneolithischer Siedlungsprozesse in Zentralbosnien“ in einer exemplarisch ausgewählten, geografisch gut abgrenzbaren Siedlungskammer bei der Stadt Visoko erforscht wird. Im Mittelpunkt der Feldarbeiten steht die Tellsiedlung Okolište aus der Zeit zwischen 5200 und 4500 v. Chr., die als möglicher Zentralort der Siedlungskammer infrage kommt.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 27. Januar 2010 )